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1. Preis

Kategorie: Industrie- und Gewerbebauten

 

Ausführung
Stiegler GmbH, Industriestraße 6, 91126 Schwabach

Planung 
a.ml und partner, Moltkestraße 5, 90429 Nürnberg

Hausbesitzer
GALERIA Real Estate Group, 50676 Köln

Verwendete Brillux Produkte
Creativ Vivalin Fassadenlasur 866
Evocryl 200
Silikat-Finish 1811

 

 

Bildergalerie zu diesem Objekt

 
 

Gewerbebau
Nürnberger Straße 30, 91052 Erlangen

Jurybegründung
Die Umstrukturierung bzw. Neugestaltung von Kaufhausfassaden zählt zu den schwierigen Aufgaben. Denn stärker als viele andere Designprojekte sind Kaufhausfassaden Moden, zeitbedingten Veränderungen und Verschleiß unterworfen.

Bei diesem Objekt musste die keramische „Eiermann-Fassade“ aus den 1960er Jahren abgebrochen werden, weil deren Aufhängung korrodiert war. Die neue Fassadenkonstruktion folgte zwei Leitmotiven:

Zum einen wollte man die räumliche Tiefe zwischen dem eigentlichen Baukörper und seiner vorgehängten Fassade wieder wahrnehmbar inszenieren. So bleibt die rückwärtige Gebäudehülle durch das Geflecht der vorgehängten Lisenenstruktur hindurch verschleiert sichtbar. Horizontale Streifen gliedern die Textur der neuen Vorhangfassade.

Zum anderen bewirkt die dreidimensionale Gewebestruktur aus vertikalen und horizontalen, farblich subtil gefassten Winkelprofilen beeindruckende perspektivische Effekte.

Durch die vertikale Lisenenstruktur im Vordergrund werden bewusst unterschiedliche Bilder generiert. So verschwinden in der Schrägansicht die weiter hinten liegenden Horizontal-Lisenen. Es entsteht der Eindruck einer rein vertikal strukturierten, farbig gestreiften Fassade, die nur die Geschosse abbildet.

Erst in der Frontansicht wird das sehr komplexe, tiefengeschichtete Webmuster aus horizontalen und vertikalen Profilen und fein ausdifferenzierten Farbschichten sichtbar. Je nach Blickwinkel und Bewegungsrichtung verändern sich Wahrnehmung und Wirkung des Gebäudes also ganz erheblich.

Mit der neuen, farblich zurückhaltenden Fassaden-Textur ist es gelungen, den Kernbau mit einem sehr überzeugenden zeitgenössischen Gewand zu überformen, dessen Qualitäten denen der ursprünglichen Eiermann-Fassade absolut ebenbürtig sind. Anstelle der ursprünglichen weißen Keramikfassade wird dem Betrachter hier eine subtil ausgeformte Gebäudeoberfläche angeboten, die ihn zusätzlich zu Bewegung und Perspektivwechsel im Stadtraum herausfordert.

Diese Qualitäten haben die Jury dazu bewogen, das Projekt mit einem 1. Preis in der Kategorie „Industrie- und Gewerbebauten“ auszuzeichnen.

 

 

 

 
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